SCHAUENBERG-RACING-TEAM
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SCHAUENBERG-RACING-TEAM  2018

Tobi Simon beim Rucksacklauf 2018
 
Das letzte Abenteuer
 
Ein kleines Abenteuer ist es tatsächlich, wenn man mit etwa 100 Langläufern aus einem Reisebuss irgendwo im Scharzwald unterhalb des Feldbergs auf einer Wiese ausgesetzt wird. Schneemangel ist der Grund für diesen ungewöhnlichen (aber gelungenen) Start auf die auf 50 km verkürzte Strecke. Dieses Jahr war der Rucksacklauf das erste Mal als Option mit Skatingski fahrbar. Wobei: "fahrbar"?! Es wäre kein Abenteuer, wenn tatsächlich alles fahrbar wäre. Einmal stapft man wie ein Schneeschuh-Tourist durch tief verschneiten wunderbaren Schwarzwald, um auf dem Feldberg auf beinnahe arktischen Bedingungen zu treffen. Eiszapfen an Brauen und Bart. Ein anderes Mal rennt man wie ein Crossläufer eine buckige und leicht gezuckerte Weide zum Wiedner Eck herunter, um dort wieder ausreichend Weiß unter die Latten zu bekommen. Wie als Wiedergutmachung schaufelten die fleißigen Helfer haufenweise Schnee auf die Passstraße beim Belchen, dass man hier einmalig als Langläufer Vorfahrt vor den Autos genießen konnte.
Doch was heißt schon Wiedergutmachung? Das würde hier wohl keiner erwarten. Denn das hier ist ungeschminkter, echter Langlauf im Schwarzwald. Auch so wie ich es aus der Kindheit kenne: Auch mal Mut zu Querfeldein. Auch mal Bodenkontakt. Auch mal Straucheln, Schmunzeln und im Blindflug das Weiß des Nebels mit dem Weiß des Schnees verwechseln. Kein Schneekanone, keine Monotonie, kein Gekünstel, kein Schnick-Schnack. Wobei die Loipen besonders am Stübenwasen wirklich erste Sahne präperiert waren, muss man sagen. Denn natürlich gehören auch die perfekten Bedingungen zum Schwarzwald, damit man mich nicht falsch versteht.
Der vier Kilo Rucksack  - eine schwere Bürde für einige Mitstreiter - war mir persönlich dank meiner Vorbereitung mit meiner knapp doppelt so schweren Tochter, die so fleißig diesen Winter bei mir unter der Jacke mit trainiert hatte, eigentlich keine zu unliebsame Last.
Als 47. kam ich nach 3.30 h ins Ziel. Mein Proviant hätte noch länger gehalten, war ich doch vor einem Jahr zwei Stunden (!) länger unterwegs. Damals zwar mit einer weitaus besseren Form, jedoch auf sehr alten Klassik-Ski - und einer vermutlich unzureichenden Technik. Auf den Skatern hab ich sicherlich auch noch Luft nach oben, aber was ist das doch ein gewaltiger Unterschied! Das war sehr zu spüren und noch mehr zu genießen.
Zuletzt bleibt daher nur der dringende Wunsch all den so motivierten und routinierten Helfern und Veranstaltern zu danken für diesen tollen Lauf! Und dennoch hoffe ich ehrlicherweise mit der nächste Startnummer wieder auf zwei Reifen, nicht zwei Brettern unterwegs zu sein. Aber es wäre halt auch kein Abenteuer, wenn man immer das gleiche tun würde.
 
Tobi Simon